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54-74-90-14: Erkenntnisse vom 3.7.2014: Wer erreicht das Halbfinale?

Wenn alles läuft, wie es immer läuft, stehen Brasilien, Argentinien, die Niederlande und Deutschland oder Frankreich demnächst im Halbfinale. Aber warum sollte alles so langweilig sein? Kolumbien war bislang viel überzeugender als Brasilien und Argentinien lebt nur von Messi, wenn man den ausschalten kann… Costa Rica könnte ja weiter die Überraschung des Turniers bleiben, indem sie die vom Glück und Robben verwöhnten Holländer ausschalten.
Aber was soll man vom Spiel Deutschland gegen Frankreich halten? Man könnte mal die Statistik bemühen, obwohl das, wie im Fall Algerien gerade festgestellt, auch nicht immer hilft: Frankreich ist einer der wenigen Länderspielgegner, bei der die deutsche Mannschaft eine negative Bilanz aufweist (außerdem Ägypten, Algerien, Argentinien, Brasilien, DDR, England und Italien). 25 Spiele: 8 Siege, 6 Unentschieden, 11 Niederlagen bei 42:41 Toren.
Bei Weltmeisterschaften sieht die Sache etwas positiver aus: Der 3:6- Niederlage im Spiel um den 3. Platz 1958 stehen zwei Siege gegenüber, nämlich das legendäre 3:3 n.V. (5:4 im Elfmeterschießen) von Sevilla 1982 und vier Jahre später das 2:0 von Guadalajara. Beides waren Halbfinalspiele, beide Male war Frankreich besser und wenn Toni Schumacher 1982 korrekterweise vom Platz geflogen wäre, als er Battiston per Bodycheck ins Krankenhaus katapultierte (Ein Busfahrer im Elsass, wo wir nach der WM Urlaub machten, sagte, dass er für uns nicht angehalten hätte, wenn er gewusst hätte, dass wir Deutsche seien. Die ganze Hitlerzeit sei mit Schumachers Brutalität wieder ins Gedächtnis gekommen…), wäre es wahrscheinlich nicht zu Verlängerung und Elfmeterschießen gekommen, das Schumacher dann zugunsten Deutschlands entschieden hat.
Eigentlich spricht also alles für Frankreich. Wahrscheinlich kommt es nicht darauf an, ob Lahm nun als Verteidiger oder im Mittelfeld spielt, sondern am Ende wird derjenige gewinnen, der am Vorabend weniger Alkoholika verkostet hat…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 2.7.2014: Nüchtern trifft man auch mal den Ball

Wie ist die Nichtleistung der deutschen Mannschaft in der ersten Halbzeit des Spiels gegen Algerien zu erklären? Entweder: Gar nicht! Oder: Der übermäßige Genuss von alkoholisch angereicherten Getränken an den Vortagen/-abenden steckte einigen Spielern noch so in den Knochen, dass sie sich erstmal freilaufen mussten, was zusammen mit den in der Halbzeitpause verabreichten Mittelchen (Bayer soll eine Palette Aspirin gespendet haben), dazu führte, dass die Fehlpassquote in der zweiten Hälfte auf unter 80% gesenkt werden konnte.
Nun sagt sich der geneigte Fußballanhänger und treue Begleiter der deutschen Nationalmannschaft, dass es nicht sein kann, dass die Jungens vor einem wichtigen Spiel saufen! Denkt man, dachte ich früher, mit weniger Lebenserfahrung, auch. Aber aus den Beichten und Biographien vieler Spieler aus früheren Zeiten weiß man, dass es genau so gewesen ist. Besonders in der Vorbereitungszeit, in der der Körper fit gemacht werden soll, wurde vor früheren Weltmeisterschaften gesoffen, was der Kühlschrank hergab („Schlucksee“). Aber auch während der Turniere wurde nicht streng abstinent gelebt, auch wenn die Trainer von Herberger über Schön bis zu Vogts dies verlangten. Helmut Rahns Flucht aus dem Spiezer Hotel und die „zwei bis drei“ Biere sind ebenso legendär wie die Leitern von Malente 1974. Seien wir also nicht naiv: In den Spieler-Wohngemeinschaften in Brasilien trinkt man beim Fußballgucken nicht nur Wasser, Bitburger Drive und Früchtetee. Die Steigerungen deutscher Mannschaften im Turnierverlauf sind wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass sich der Körper an die Alkoholika gewöhnt und mit der Zeit ein mentaler Verdünnungseffekt einsetzt. Vielleicht legt der eine oder andere Spielverderber ja wirklich mal einen weißen Tag ein, wenn ein weiteres Spiel ansteht. Wir werden sehen, wie viel vorm Frankreich-Spiel gebechert wurde. Gleichheit ( „Egalité“) herrscht hier aber insofern, als dass die Franzosen natürlich auch ihre Rotweinfässchen im Handgepäck nach Brasilien gerollt haben. Ganz im Gegensatz zu den muslimischen Algeriern, die eigentlich keinen Alkohol…

P.S.:1954 gab es als alkoholneutralisierendes, leistungssteigerndes Präparat übrigens Honigspritzen. Man will sich gar nicht vorstellen, wie sich die klebrige Masse im Sportlerkörper verteilte. Vielleicht sollte man deren Verabreichung den Spielern, je nach Ergebnis des morgendlichen Alkoholtests, einfach mal androhen…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 1.7.2014: Unverhofft kommt oft…

 Spiel 56: Belgien – USA 2:1 n.V.

 Ein Freund hat vor Urzeiten nach dem Konsum von wesentlich mehr als den aus Gesundheitsgründen empfohlenen zwei bis drei Litern Flüssigkeit den Begriff „nach Vereinbarung“ geprägt, wenn das Kürzel „n.V.“ in der Sportberichterstattung auftauchte. Spätestens im Spiel der Belgier gegen die USA konnte man sehen, dass diese Aussage nur bedingt zutrifft. Nichts war vereinbart, beiderseitiger Siegeswillen übertrug sich auf alle Zuschauer und die Müdigkeit vorm Fernseher verflüchtigte sich. Ein mit fortdauernder Spielzeit erst von Belgien überlegen geführtes Spiel mit einer Unmenge an glasklaren Chancen entwickelte sich in der Verlängerung zum offenen Schlagabtausch der mitreißend kämpfenden Mannschaften, der letztlich keinen Verlierer verdient hatte. So begeisternd kann Fußball sein, wenn die schwindenden Kräfte nicht mehr zum spielerstickenden Pressen des Gegners, sondern zum Laufen, Laufen, Laufen gebraucht werden…  

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 30.6.2014: Vierundfünfzig, die magische Zahl

 Spiel 54: Deutschland – Algerien 2:1 n.V.

 Es geht nicht anders: Wenn ich irgendwo die Zahl 54 höre oder lese, sei es die Buslinie 54, 54 Cent als Preis für eine Gurke oder Hemdgröße 54, muss ich unweigerlich an 1954 und das Wunder von Bern denken, dass ja eigentlich kein Wunder war, sondern eine Mischung aus akribischer Arbeit, viel Willen und einem ordentlichen Maß an Glück. Wahrscheinlich deshalb, weil ich als Kind Fritz Walters Buch „3:2“ und Helmut Rahns „Mein Hobby: Tore schießen“ so oft gelesen habe, dass ich bestimmte Passagen fast auswendig wiedergeben konnte. Insofern ist es natürlich ein gutes Omen gewesen, dass die Partie gegen Algerien das Spiel Nr. 54 dieser Weltmeisterschaft gewesen ist. Und vielleicht wird dieses dramatische Spiel später, wie 1954 das 3:8 gegen Ungarn in der Vorrunde, als Wegweiser für den späteren Turnierverlauf in die deutsche Fußballgeschichte eingehen. Es könnte ja sein, dass die Mannschaft durch den willensstarken Kampf in der zweiten Halbzeit und der Verlängerung zusammengewachsen ist; es wäre ja möglich, dass Lahm ab jetzt doch dort spielt, wo er erstens hingehört und zweitens unverzichtbar ist, nämlich als Außenverteidiger (eventuell auch links für Höwedes); es ist ja denkbar, dass die Chancenverwertung gegen Frankreich wieder besser wird, wenn ein Klose eingewechselt werden kann und, und, und… Natürlich kann man gegen Frankreich ausscheiden, aber irgendwie drängt sich der Eindruck auf, dass die Mannschaft nicht ausscheiden wird, weil die Qualität so groß ist, dass auch in höchster Not (und die gab es gegen Algerien zuhauf) eine Lösung gefunden wird, und sei es, dass Torwart Neuer acht Mal bei Rettungstaten für eine desolate oder gar nicht vorhandene Abwehr außerhalb des Strafraums eine rote Karte riskiert und doch alles richtig macht.

Normalerweise steigert sich eine deutsche Mannschaft während eines Turniers. Wenn die zweite Halbzeit die Basis ist, von der aus die Leistung ansteigt, könnte der große Wurf gelingen…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 29.6.2014: Gerechtigkeit im Fußball

Spiel 51: Niederlande – Mexiko 2:1

Spiel 52: Costa-Rica – Griechenland 1:1 n.V. (5:3 im Elfmeterschießen)

 Jetzt sind vier Partien im Achtelfinale gespielt und dreimal hat nicht die Gerechtigkeit gesiegt. Nur bei Kolumbien gegen Uruguay kann man über das Ergebnis nicht diskutieren, es sei denn, man gehört einer kannibalistischen Sekte an und findet die Sperre von Sanchez diskriminierend. Schon Brasilien hat mit deutlich mehr Glück als Können gegen Chile die Oberhand behalten und was sich die Niederländer, vor allem in der ersten Halbzeit, gegen Mexiko erlaubten, war WM-unwürdig. Ein auch für Wundertorwart Ochoa nicht haltbarer Ball und eine schlechte Kopie einer hölzenbeinschen Einfädlung von Robben in der Nachspielzeit (dagegen war Hölzenbeins Einfädler im 74-er Endspiel aber ein glasklarer Strafstoß), stellten den unverdienten Sieg sicher. Auch die Griechen zeigten nach dem 0:1, dass sie offensiv zu spielen verstehen, wenn es nur nicht diese unverständliche Abschlussschwäche gäbe. Gibt es keinen griechischen Gott des Toreschießens? Und dass Gekas, die sogenannte Legende, die durch absurde Fehlschüsse schon Herthas Abstieg 2010 mit auf dem Gewissen hatte, den entscheidenden Strafstoß nicht verwandeln würde, war so klar, dass kein Buchmacher Wetten angenommen hätte.

Wenn alles ganz schlimm läuft, sind die Niederländer, die sich ja selbst nach ihrer größten Provinz Holländer nennen, die einzigen Europäer im Viertelfinale. Müller und Klose: Das könnt ihr nicht wollen…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 28.6.2013: Gewinnt Südamerika?

 Spiel 49: Brasilien – Chile 1:1 n.V. (3:2 im Elfmeterschießen)

Spiel 50 : Kolumbien – Uruguay 2:0

 Von 16 Mannschaften des Viertelfinales kommen 5 aus Südamerika, 3 aus Mittel-/Nordamerika, 6 aus Europa und 2 aus Afrika. Das heißt, gescheitert sind 7 aus Europa, 3 aus Afrika, 4 aus Asien/Australien, sowie je eine aus Mittel- und Südamerika. Während also mehr als 50% der Europäer die Rückreise antreten dürfen (leider nicht mehr, wie 1930, mit dem Schiff), gehen über 80% der Südamerikaner in die K.o.-Runden. Es scheint also doch was dran zu sein an der alten Regel, dass in Südamerika nur die Südamerikaner…

Aber abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss und nach Spiel 50 hat sich die südamerikanische Streitmacht zwangsläufig schon fast halbiert. Wenn man die bisherigen Leistungen betrachtet, würde man am ehesten noch Kolumbien den ganz großen Wurf zutrauen, denn was Brasilien gegen Chile gebracht hat, war nicht berauschend. Vor allem Neymar war in der zweiten Halbzeit kaum noch im Spiel und ohne Neymar wird Brasilien nicht Weltmeister, ähnlich wie Argentinien ohne Messi keine Chancen hat.

Im Ernst: Wettet wirklich jemand auf Kolumbien? Eher sollten doch die Europäer wie Holland, Frankreich oder Deutschland zum Zuge kommen. Es sei denn, Algerien baut seine makellose Länderspielbilanz gegen Deutschland aus und schafft den dritten Sieg im dritten Spiel. Ist das möglich? Wenn die deutschen Spieler nur eine Spur Überheblichkeit an den Tag legen, ist trotz des Ramadans alles möglich…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 27.6.2014: Die Weltmeisterschaft und die Sommerferien

 Es ist wie mit den Sommerferien: Man genießt sie, weiß aber insgeheim, obwohl man es gar nicht wissen will, dass es nicht ewig so weiter geht. 48 von 64 Spielen sind in Brasilien gespielt und es gab schon Weltmeisterschaften, bei denen ich mich öfter gelangweilt habe. Jetzt heißt es, die verbleibenden 16 Spiele zu genießen, obwohl man sich schon ein bisschen vor den Tagen fürchtet, an denen man nicht mehrere Spiele sehen muss und die Abende öde und leer sind. Es ist an der Zeit, sich auf ein mögliches Unentschieden zu freuen (Verlängerung, Elfmeterschießen, zusammenbrechende erwachsene Männer…), den Spielplan zu studieren (wer muss verlieren, damit Deutschland nicht gegen diesen oder jenen Gegner spielt?), zu hoffen, dass Mexiko mit Wundertorwart Ochoa die Niederländer aus dem Wettbewerb wirft, kurz und gut, es ist alles viel klarer und einfacher, als in der Vorrunde!

 Rainer Holzschuh, Kicker-Herausgeber und n-tv-Experte, unterschätzt die Algerier gnadenlos, indem er einen problemlosen und deutlichen Sieg im Achtelfinale vorhersagt, warnt aber gleichzeitig davor, dass man die Algerier nicht unterschätzen darf! Hoffentlich sehen die Spieler solchen Unsinn nicht.

 P.S.: Wir Deutschen sind mal wieder benachteiligt: In der Türkei gibt es 13 Wochen Sommerferien, in Finnland 10 und in Frankreich und Österreich immerhin noch neun (in Bulgarien bei Erstklässlern 16 Wochen, die dürfen noch spielen). Wenn es einen Zusammenhang zwischen der Ferienlänge und der Fußballqualität geben sollte, ist es ein Wunder, dass sich Frankreich überhaupt qualifiziert hat. Gegen Nigeria sollte im Achtelfinale wirklich Schluss sein…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 26.6.2014: Jogi und die Wüstenfüchse

 Nun also doch: 32 Jahre nach 1982 wollen die Algerier, Leidtragende der Schande von Gijon, Revanche, wenn nicht sogar Rache üben, für das damalige Ausscheiden in der Vorrunde. Jogi Löw tut gut daran, die Algerier, die sich ja selbst die „Wüstenfüchse“ nennen, ernst zu nehmen und nicht, wie einstmals Jupp Derwall, großspurig anzukündigen, nach Hause zu laufen, falls man Algerien nicht schlagen werde. Deutschland verlor damals 1:2 und es war keine Gurkentruppe, die für Deutschland antrat: Es spielten u.a. Kaltz, Stielike, Briegel, Breitner, Magath, Fischer, Rummenigge, Hrubesch, Littbarski! Derwall brach sein Wort und lief  nicht. Abgesehen davon, dass Löw schwimmen müsste, ist er wahrscheinlich zu klug, um sich zu einer derartigen Aussage hinreißen zu lassen.

Was charakterisiert den Wüstenfuchs und somit den algerischen Fußballer? Er ist klein, ein Allesfresser (russische Bären, koreanische Tiger, jetzt deutsche Adler?), hat 42 Zähne (Beißattacken wie von Suarez sind aber nicht zu vermuten), ist verspielt und meidet die Hitze des Tages ( da das Spiel um 17 Uhr Ortszeit im kühlen Porto Alegre stattfindet, hat er hier sicher keine Nachteile).

Deutschland ist am Montag Favorit und bei richtiger Einstellung der Mannschaft müsste ein Sieg, und sei es im Elfmeterschießen, möglich sein. Sicher ist er aber keinesfalls, es gibt keine kleinen Mannschaften mehr und die Algerier pinnen bestimmt Zeitungsartikel von 1982 an die Kabinenwand…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 25.6.2014: Zwei kleine Italiener…

 Spiel 39: Italien – Uruguay 0:1

 Das war ja zu erwarten: Zwei Mannschaften, die sich nichts schenken und selten ein mögliches oder unmögliches Foul beim Zweikampf auslassen würden. Dass Balotelli nach seinem zugegebenermaßen artistischen Hochsprung, bei dem er dem Gegenspieler sein Knie gegen den Kopf rammte, noch weiterspielen durfte, ist nur so zu erklären, dass der Schiedsrichter gerade mit seiner Sprühflasche beschäftigt oder aus anderen Gründen abgelenkt war. Wenn er Balotellis Aktion gesehen hätte, wäre Rot alternativlos gewesen. Dagegen hätte bei Marchisios Tritt gegen das Knie des Gegners eine gelbe Karte ausgereicht, wenn der Schiedsrichter die Aktion als Foul gewertet hätte. Da der Ball aber am Boden lag, der Tritt jedoch 50 cm darüber gesetzt wurde, wertete der Schiri dies als Tätlichkeit. Kann man machen! Weil schließlich Suarez’ Beißangriff gegen Chiellini, einer Einlage, wie wir sie sonst nur in der wesensverwandten Sportart Boxen erleben, ohne Folgen blieb, konnte Uruguay die Überzahl ohne Hektik ausnutzen, um das 1:0, wenn auch per Rücken nach Standard, zu erzielen. Das wütende Anrennen unserer Freunde südlich der Alpen wurde nicht belohnt. Zweieinhalb Wochen länger Urlaub als geplant ist aber auch nicht zu verachten!

P.S.: In der Pizzeria, in der wir das Spiel verfolgten, weinte am Ende, entgegen meiner Prognose, niemand. Die Emotionen der Italiener sind auch nicht mehr, was sie mal waren…

54-74-90-14: Erkenntnisse vom 24.6.2014: Die Konferenz und das glückliche Händchen

Spiel 33 Kamerun – Brasilien 1:4

Spiel 34 Kroatien – Mexiko 1:3

Seit der Schande von Gijon werden die letzten Gruppenspiele immer zeitgleich ausgetragen, um Manipulationsvorwürfen von vorneherein den Wind aus den Segeln zu nehmen. Abgesehen davon, dass totale Gerechtigkeit auch auf diese Weise nicht herzustellen ist (ein Spiel kann durch – auch willkürlich herbeigeführte – Unterbrechungen mehrere Minuten länger laufen als das andere), kann der WM-Nerd deshalb nur durch Tricks und Kniffe alle Spiele sehen. Z.B., das scheinbar oder wirklich weniger wichtige Spiel auf 1Festival direkt sehen und sich im Anschluss das per Festplattenrekorder aufgezeichnete Spiel reinziehen. Mit Rücksicht auf diese Personengruppe gibt es wohl jetzt zwei Stunden Pause zwischen den Spielen. Aber leider ist das zweite Spiel nicht mehr vollständig, da ja mehrmals zum anderen, schon gesehenen Match, geschaltet wird. Nun gut, dann kann man’s auch gleich sein lassen und sieht sich die Konferenz an. In beiden Spielen fielen zusammen neun Tore. Beim geschickten Hin- und Herschalten schaffte es der glückliche Regisseur durch großartiges fußballerisches Einfühlungsvermögen stets in dem Moment umzuschalten, wenn eine Mannschaft drauf und dran war, ein Tor zu erzielen. Durch diese Meisterleistung an Weitsicht wurden genau drei von neun Toren live eingefangen (also nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung weniger, als wenn man einem Schimpansen den Knopfdruck gestattet hätte), der Rest nach hektischem Reporterschrei „Tor in …“ als Konserve geliefert. Immerhin spart man auf diese Weise Zeit und kann langsam „abtrainieren“, um sich seelisch und körperlich auf den ersten WM-freien Tag am Freitag vorzubereiten…

Das Spiel Italien – Uruguay sehen wir uns beim Italiener an. Aus taktischen Gründen (Deutschland verliert immer gegen Italien, gewinnt immer gegen die Urus) sind wir für Uruguay, obwohl Troches Ohrfeige gegen Uwe Seeler noch nicht vergessen ist! Außerdem möchten wir gerne mal wieder erwachsene Männer richtig schön weinen sehen…