Immerhin hat die ernüchternde Niederlage der Hertha in Paderborn, wo in den letzten Jahren stets gewonnen wurde, auch ihr Gutes: Jegliche Aufstiegsphantasie, die Hardcorefans auch trotz der Tatsache, dass Hertha nur einen Sieg aus den letzten acht Spielen vor Paderborn holte, ist endgültig vom Tisch. Eigentlich waren schon nach der Heimniederlage gegen Hannover die Messen gesungen, aber man weiß ja nie… Mit 10 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz ist ein Aufstieg natürlich nur noch theoretisch möglich. Wenn der Abstand nicht noch größer wird, was allerdings durchaus zu erwarten ist, wäre ein Aufstieg erst drei oder vier Spieltage vor Saisonende auch theoretisch ausgeschlossen. Doch die sieben oder acht Spieltage bis dahin kann man den Saisonausklang getrost als friedliche Beschäftigung in frischer Luft ansehen. Aufregen muss sich niemand mehr.
Um ein vorzeitiges Saisonfazit zu ziehen (auf das 2:5 in Paderborn, mit zwei geschenkten Toren von Gechter, als sich Hertha gerade etwas berappelte, einem fulminanten Spannschuss-Eigentor von Klemens, dass leider aberkannt wurde (Chancen auf das „Kacktor des Monats“), dem Totalausfall von Eitschberger und Cuisance und der hoffnungslosen mentalen Unterlegenheit, wollen wir nicht weiter eingehen), betrachten wir doch mal, wo Hertha nach fast drei Jahren 2. Liga eigentlich steht.
Nach dem Abstieg und der Fast-Pleite konnte Pal Dardai mit einer zusammengewürfelten Nachwuchsmannschaft, aus der das Gespann Reese und Tabakovic herausragte, einen soliden 9. Platz belegen. 48 Punkte bei einem Torverhältnis von 69:59. Unter Fiél blieb die Abwehr wacklig, aber der Sturm ließ stark zu wünschen übrig. Folge: Abstiegsgefahr nach einer Niederlagenserie nach der Winterpause, bis Leitl übernahm. Platz 11 mit 44 Punkten mit 49:51 Toren waren das ernüchternde Ergebnis. Immerhin hatte sich der Verein wirtschaftlich etwas konsolidiert. Und in dieser Saison? Nach dem 14. Spieltag hatte Hertha nach dem Sieg in Kiel einen (1!) Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz 3. Aber dann!
Man steht noch auf Platz 7 bei 34 Punkten und 32:28 Toren. Hochgerechnet ergibt das ungefähr 50 Punkte und 48:41 Tore. Dürfte also auf die Plätze 7-10 hinauslaufen. Wir sind also ungefähr da, wo der weise Pal Dardai die Mannschaft zwei Jahre zuvor, allerdings unter deutlich schwierigeren Voraussetzungen und Bedingungen, abgegeben hat. Welche Ernüchterung, auch für die Verantwortlichen, die allerdings bis auf Benni Weber nicht mehr die gleichen sind. Vielleicht wäre das eine Stellschraube, an der mal gedreht werden müsste. Denn eine Trainerdiskussion können wir nun wirklich nicht gebrauchen…