Vier kleine Spieltäglein

Fünf kleine Spieltäglein

In Augsburg zeigt man Gier

Die Hertha holt drei Punkte dort

Da warens nur noch vier.

Na bitte: Felix Magath hat mit seiner Mannschaftsaufstellung maßgeblich zur Derbypleite beigetragen. In Augsburg hat er mit dem Einsatz von Boateng in der Startelf alles richtig gemacht, weshalb er sich den Sieg ruhigen Gewissens auch auf seine Fahne schreiben kann. Allerdings hat er nur das gemacht, was zu Beginn der Saison genau der Plan war: Boateng als Leader der Mannschaft einzusetzen. Warum das nicht vorher viel öfter geschehen ist, wissen wir nicht. Boateng war sicher nicht die gesamte Zeit über verletzt, konditionsschwach oder an Corona erkrankt. Und dass es einem 34-jährigen nicht möglich sein soll neunzig Minuten durchzuhalten, entzieht sich sowieso der Vorstellungskraft jeden Beobachters. Fritz Walter war beim WM-Gewinn 1954 ebenfalls mit 34 Jahren der Stratege, der alle sechs Spiele über 90 Minuten spielte, Lothar Matthäus bestritt sein 150. Länderspiel im zarten Alter von 39 Jahren. Nun gut, es ist möglich, dass Kevin-Prince etwas intensiver lebte, als es bei Leistungssportlern gewöhnlich der Fall sein sollte, aber auch mit einigen Zigaretten nebst dem einen oder anderen Bier am Tag bringen englische Fußballer Höchstleistungen bis in biblisches Alter. Im Gegenteil: Bei Entzug könnte es Probleme geben.

Hertha hat nach dem Sieg in Augsburg alles wieder in der Hand. Selbst ein Unentschieden gegen Stuttgart könnte reichen, vorausgesetzt man gewinnt in Bielefeld. Und auch gegen Mainz, in den letzten Jahren so etwas wie ein Angstgegner im Olympiastadion, ist zählbares möglich, da die Mainzer mit acht Punkten die zweitschlechteste Auswärtsbilanz aller Bundesligateams haben.

Unter Felix Magath hat Hertha in vier Spielen sechs Punkte geholt, was einen Schnitt von 1,5 Punkte pro Spiel ergibt. Auf die Saison hochgerechnet wären das 51 Zähler, also ein Platz in Europapokal-Nähe. Respekt. Wenn aus den letzten vier Spielen ebenfalls sechs Punkte eingefahren werden, dürfte Hertha mit 35 Punkten eigentlich nicht absteigen.

Apropos Abstieg. Jetzt geistern wieder viele falsche Zahlen durch die Medien. Wäre es, wenn Hertha am Saisonende abstiege, der sechste, siebente oder gar der achte Abstieg?

Tatsache ist: Hertha stieg 1980, 1983, 1991, 2010 und 2012 ab. Fälschlicherweise wird oft die skandalöse Strafversetzung in die Regionalliga Berlin 1965, als Hertha wie ALLE anderen Bundesligavereine auch, überhöhte Handgelder und Gehälter zahlte, als Abstieg gezählt, der es aber nicht war. Also: Bisher fünf Abstiege. Fünf zu viel. Da sollte keiner mehr hinzukommen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.