Nach der Saison ist vor der Saison

Die Vorfreude auf die Saison 2021/22 will sich trotz der zu erhoffenden Möglichkeit, Heimniederlagen wieder live im Stadion bei Regen, Kälte und Dunkelheit erleben zu dürfen, nicht recht einstellen. Gut – der normale Herthaner konnte das Spiel in Hoffenheim entspannt auf dem heimischen Fernsehsessel genießen, und so schlecht war es ja gar nicht, was in der zweiten Halbzeit geboten wurde, wenn man vom Niederlagen-Tor in der Nachspielzeit mal absieht. Aber vor zwei Wochen hätte man strahlend vor Dankbarkeit unterschrieben, wenn einem angeboten worden wäre, dass es für Hertha am letzten Spieltag um nichts mehr ginge. Kein Zittern, kein Hoffen, kein Horror wie in Bremen, Bielefeld und Köln. Das gönnt man keinem, nicht mal Schalke, aber die mussten schon lange nicht mehr zittern.

Hertha beendet die Saison zum 5. Mal in der Bundesliga-Geschichte der Blauweißen als 14. Nie Meister, dreimal Letzter, einmal Vizemeister und sehr viel dazwischen. Im Durchschnitt ihrer 38 Spielzeiten im Oberhaus (von 58 möglichen) war Hertha 10. (genau 9,61.). Das ist sonderbarer Weise besser als der 12. Platz der ewigen Tabelle, den Hertha mit 1709 Punkten innehat, unverrückbar festgemauert zwischen oben (Kaiserslautern mit 385 Punkten Vorsprung) und unten (Bochum 335 Punkte dahinter). Na ja, vielleicht geht ja was in zehn Jahren…

Insofern war es nicht nur statistisch eine unterdurchschnittliche Saison mit einem, wie allseits behauptet wird, überdurchschnittlichen Kader. Es wäre zu hoffen, dass in der neuen Saison mindestens ein einstelliger Tabellenplatz erzielt wird, um überdurchschnittliches abzuliefern.

Was müsste man Fredi Bobic mit auf den Weg geben, wenn er nicht sowieso bestens informiert wäre?

Den Kader nicht wieder runderneuern, sondern behutsam, an zwei, drei Stellen ergänzen. Arne Maier zurückholen, er hat jetzt genug Spielpraxis in der Fremde gesammelt. Und wenn Guendouzi zu seinem Stammverein zurückkehrt wäre ja in jedem Fall ein Platz frei. Ansonsten ist die Mannschaft gut genug besetzt, um in der oberen Tabellenhälfte mitzuspielen. Ob mehr möglich ist, steht in den Sternen. Hauptsache man schmeißt nicht mit dem vielen Geld, das auf dem Festgeldkonto liegt, um sich. Wenn ein paar Euro für`s neue Stadion, das ja wohl demnächst eröffnet werden soll, übrigbleiben, kann es auch nicht schaden. Ach nee, das war ja Freiburg, die ein neues Stadion gebaut haben…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.