Die Nationalmannschaft und der Katar-Boykott

Die Nationalmannschaft ist auf einem interessanten Weg, zumindest was die Spiele gegen Liechtenstein angeht. Ob dieser Weg kein leichter sein wird, wird man spätestens nach dem Rückspiel gegen die Superverteidiger aus dem Fürstentum wissen.

Die bisherigen Spiele gegen Liechtenstein folgen einer eigenartigen Serie: Jedes Mal werden weniger Tore geschossen.

Am 4. 6. 1996 hieß es 9:1 (dass es sich jeweils um Siege für die deutsche Mannschaft handelt müssen wir nicht extra erwähnen). Am 7. 6. 2000 in Freiburg nur noch 8:2, wobei die Frage erlaubt sein darf, warum die Liechtensteiner zwei Tore schossen. (Ein gewisser Jens Lehmann stand im Tor, später Elfmetermeister Jörg Butt. Zwei der acht Tore schoss Carsten Jancker, falls den noch jemand kennt)).

Acht Jahre später erzielten deutsche Spieler nur noch sechs Tore (6:0), um sich im Rückspiel 2009 in Leipzig mit einem 4:0 zu begnügen. Die logische Folge war das jetzige 2:0, was allerdings trotzdem, so dürftig die Leistung, die alles Gerede über Aufbruch, Mentalität und neue Spielidee ad absurdum führte, auch war, drei bitter benötigte Punkte einbrachte.

Wenn wir die mathematische Reihe, die bei Einstellungstest für Schüler mit Mittlerer Reife gerne verwendet wird, fortführen, erwartet uns im Rückspiel der WM-Qualifikation ein gepflegtes 0:0. Natürlich ist Fußball nicht Mathematik, wird der geneigte Kenner der Materie einwerfen, aber der Abschwung der „Mannschaft“ ist nicht zu übersehen.

Es sei denn, die Spieler haben sich in einer Geheimsitzung als gelernte Menschenrechtler doch darauf verständigt, die FIFA-WM 2022 in Katar zu boykottieren und die Zeit lieber mit der Familie unterm Weihnachtsbaum zu verbringen, einschließlich, wenn es der Klimawandel denn ausnahmsweise zulässt, einer Schneeballschlacht, anstatt bei 45 Grad Celsius in den Wüstenstadien einem Kreislaufkollaps entgegenzutaumeln.

Sollen Holländer (wenn sie sich ausnahmsweise qualifizieren), Engländer (wenn das Elfmeterschießen bis dahin abgeschafft wurde), Italiener, Franzosen, Spanier ( heißer Tipp, weil ihnen Lothar Matthäus nichts mehr zutraut) und die Belgier doch um den Goldpokal streiten. Vielleicht sind ja ein paar afrikanische Länder wegen des Klimas auch mal nach dem Viertelfinale noch mit dabei.

Na und. Wir feiern (eventuell) coronafreie Weihnachten und sind außerdem noch die besseren Menschen, wenn wir die WM links liegen lassen.

Die Mannschaft scheint auf einem guten Weg, ob der Trainer nun Löw oder Flick heißt, spielen müssen die Spieler selber, und wenn sie nicht wollen, dann wollen sie eben nicht. Aber dass die Boykottplanungen in aller Stille und streng geheim laufen, ist eigentlich der Ehre zuviel. Tut Gutes und redet darüber.

Und nach der 2022-er WM schlagen wir dann Liechtenstein auch mal wieder zweistellig…

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