Mal so, mal so

Vier Punkte aus drei Spielen ist nicht das, was die Fußballnation nach der Installation von Wunschtrainer Klopp erwartet hatte. Das Problem scheint scheint tiefer zu liegen, als dass es durch ein neues Gesicht auf der Trainerbank behoben werden könnte, denn es sind leider immer noch die Spieler die in erster Linie für ein Ergebnis verantwortlich sind. Der Trainer hat nicht gesagt, dass sie langweiligen, pomadigen, ideenlosen Fußball gegen Griechenland spielen sollen, sondern das genaue Gegenteil davon. Da Kloppo aber nicht selber spielen kann, abgesehen davon, dass er es als Spieler nur zu mittleren Erfolgen in der zweiten Liga brachte, müssen die Spieler umsetzen, was der Meister fordert. Das gelingt nicht immer. Gegen Holland ganz ordentlich, gegen Griechenland überhaupt nicht und gegen Serbien durchaus sehenswert.

Aber auch früher, als laut Gary Lineker die Deutschen am Ende immer gewonnen haben, passte nicht alles:

In seliger Vorzeit schied man 1936 gegen Norwegen aus dem Olympischen Turnier aus. Hitler sah sich danach nie mehr ein Fußballspiel an, was allerdings niemanden störte.

1938 bei der WM schied man gegen die Schweiz aus, weil Deutsche und Österreicher (ausgerechnet Österreicher!) sich nicht mit einer politisch verordneten Zwangsgemeinschaft abfinden konnten.

1967 scheiterte der spätere Europa- und Weltmeistertrainer Helmut Schön mit einem 0: 0 in Tirana gegen Albanien, das damals, im Gegensatz zu heute, ein echter „Kleiner“ war, in der Europameisterschafts-Qualifikation.

Bundestrainer Jupp Derwall wollte 1982 von Gijon aus nach Hause wandern, wenn die Mannschaft Algerien im Auftaktmatch der WM nicht schlagen würde. Deutschland verlor 1:2 und Derwall wanderte nicht. Immerhin rappelte man sich und erreichte noch das Endspiel, das dann gegen Italien, um Gary Lineker Lügen zu strafen, mit 1:3 verloren wurde.

Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. In der deutschen Länderspielgeschichte gab es immer wieder Spiele, die langweilig, pomadig und ideenlos waren und das wird auch in Zukunft so sein. Der einzige Unterschied zu früheren Zeiten ist die schon einige Zeit dauernde Erfolglosigkeit bei großen Turnieren. Wenn es Klopp, nachdem er seine beiden Sichtungskader auf Normalmaß eingedampft hat, schafft, bei einer EM oder WM ins Halbfinale vorzudringen, wird man ihm auch das eine oder andere schwache Spiel verzeihen. Dass er im Vergleich mit Flick und Nagelsmann der bessere Motivator ist, wird niemand bestreiten. Und um Griechenland im Rückspiel in der Nations League auch auswärts zu schlagen, ist viel mehr als die richtige Einstellung nicht nötig. Schaun mer mal…

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