Maza und Scherhandt haben den Verein zur Saison 2025/26 verlassen, um in der 1. Bundesliga zu spielen. Wer kann es ihnen verdenken? Ein richtiger Schritt aus ihrer Sicht und durchaus erfolgreich noch dazu. Maza ist Stammspieler in Leverkusen und Scherhandt bekommt ausreichend Einsatzzeit und schießt das eine oder andere Tor. Hertha hat einige Millionen in die klamme Kasse bekommen und kann sich weiterhin den teuersten Kader der Liga leisten, in der die Spieler im Durchschnitt mehr verdienen als in Freiburg oder Augsburg.
Und der Berliner Weg? Ist er nur noch ein langsam verblassendes, eher lästiges Vermächtnis des ehemaligen Präsidenten Bernstein? Was sagen die Zahlen?
In der Saison nach dem Abstieg kamen 12 Spieler aus Berlin zum Einsatz, was 29,4 % der Einsatzminuten ergab. In der Saison 24/25 unter Fiél und Leitl stieg der Anteil (auch durch Scherhandt und Maza, die regelmäßig spielten) auf 37,7 % (11 Spieler). Überraschender Weise ging in der Hinrunde 2025/26 der Anteil der in Berlin geborenen bzw. hier ausgebildeten Spieler nicht so stark zurück wie erwartet und lag immer noch bei beachtlichen 30,3 % der Gesamteinsatzzeit. 10 der 26 eingesetzten Profis waren dem „Berliner Weg“ zuzuordnen, nämlich Marton Dardai, Julian Eitschberger, Marten Winkler, Linus Gechter, Kennet Eichhorn, Boris Mamuzah Lum, Pascal Klemens, Leon Jensen, Janne Berner und Tim Hoffmann.
Schade allerdings, dass mit Tim Hoffmann und vor allem Julian Eitschberger zwei junge, talentierte Spieler den Verein verlassen wollen, weil sie nicht genügend Einsatzzeiten bekommen. Vielleicht kann ihnen jemand klarmachen, dass Einsatzzeiten höchstens bei Messi oder Ronaldo im Vertrag stehen und dass auch bei einem Vereinswechsel keine Garantie auf Spielzeit besteht. Außerdem sollte klar werden, dass zu einem Team mehr als 11 Spieler gehören und höchstens 16 an einem Spieltag eingesetzt werden können. Alles andere bestimmt das Leistungsprinzip. Eingeschnappt sein ist keine Option für einen Profi, der zwischen 20- und 50-mal so viel Geld erhält, wie ein Durchschnittsverdiener.
Hertha liegt nach der halben Saison, die ja nach Einschätzung aller Experten und einiger Spieler und Funktionäre die Aufstiegssaison werden sollte, auf Platz 6 der Tabelle. Nach den letzten drei sieglosen Spielen (man könnte auch sagen Hertha hat seit zwei Spielen nicht mehr verloren) ist der Abstand zur Spitze etwas gewachsen. Um im nächsten Spieljahr wieder Erstligist zu werden, gibt es noch 17 Spieltage zur Aufholjagd. Und wenn das mit einem erheblichen Anteil einheimischer Spieler geschieht, um so besser für die Kasse und das Image. Denn die 30 % Berliner-Weg-Spieler sind nicht nur in Deutschland ein selten erreichter Wert. Mit diesem Pfund sollte man weiter wuchern.