Mitleid mit Fabi?

Nachdem die Prognose einer baldigen Niederlage in Sack und Tüten war, hat Hertha schon wieder dreimal gewonnen. Gegen Bielefeld mit Glück in der Nachspielzeit, dank eines schlecht geschossenen aber trotzdem verwandelten Elfmeters, gegen Jeddeloh II im Pokal mit großer Überlegenheit, die durch das 2.0 nicht ansatzweise ausgedrückt wird und gegen Kaiserslautern auf dem Betzenberg in wahrer Meistermanier. Was ein bei Augsburg aussortierter Spieler wie „Pedersen Pedersen Pedersen“ bei der Vorbereitung der Tore zwei und drei ablieferte, macht sprachlos, auch wenn er schon beim Außenrist-Treffer gegen Fürth andeutete, über welche technischen Fähigkeiten er verfügt.

Und nun also das Spiel gegen Wolfsburg, das ein wenig an die Partie im Frühjahr 1997 gegen Kaiserslautern erinnert, als sich das Stadion von Minute zu Minute füllte, so dass auch die eigentlich verschlossenen Blöcke kurzfristig geöffnet werden mussten, um schließlich ein ausverkauftes Olympiastadion zu erleben. Damals gewann Hertha 2:0 und war dem Aufstieg sehr nahe, diesmal wäre es trotz eines Sieges noch ein sehr weiter Weg, auch wenn man schon 12 Punkte Vorsprung auf den scheinbar übermächtigen VfL Wolfsburg hätte.

In der Saisonhochrechnung, die 54 Punkte vorhersagte, ist Hertha jetzt mit 12 Punkten im Plus, käme also auf 66 Punkte, wobei eine Niederlage gegen Wolfsburg eingepreist ist. Mit 66 Punkten wäre ein Aufstieg nicht sehr unwahrscheinlich, wenn auch nicht hundertprozentig sicher. Auf jeden Fall könnten die Anhänger anstelle des „100-Punkte-Songs“ das Lied „Mit 66 Punkten – da fängt der Aufstieg an“ anstimmen.

Und Superstar Reese? Die Ostkurve wird ihn gemeiner Weise nicht mit freundlichem Applaus für drei erfolg- und ertragreiche Jahre empfangen. Niemand kann ihm schließlich verübeln, dass er von einer kränkelnden Hertha zu einem wahren Traditionsverein mit großem Fanpotenzial und in der Anhängerschaft tief verwurzelten Werten gewechselt ist. Und wer ihn auspfeift, hat das Prinzip des Profisports offenbar nicht verstanden. Danken wir ihm doch, dass auch durch seinen Abgang neben der finanziellen Teilsanierung Herthas vor allem der Weg für eine wahre Mannschaft an die Tabellenspitze frei wurde. Danke Fabi…

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