Rechnen überflüssig

Jetzt mal im Ernst: Wer meint, es könne bei sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz 3 (was ja nur ein Aufschieben des Nichtaufstiegs bis zur 2. Halbzeit des Relegations-Rückspiels bedeuten würde) und acht auf den 2. Tabellenplatz noch irgendeine Aufstiegschance für Hertha geben, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Eine Dauerkarte für die Füchse oder die Eisbären wäre vielleicht das passende Präsent für solche Träumer.

„Wer rechnet – verliert“ lautet die Abwandlung des Spruchs der Eishockey-Cracks in den Playoffs: „Wer rasiert – verliert“, was zwar nicht immer zum Ziel, oft jedoch zu schönen Bärten führte. Nachdem Hertha nach dem Paderborn-Desaster schon 10 Punkte Rückstand hatte (ab jetzt immer zum Relegationsplatz gemeint), wurden nach den Last-Minute-Siegen gegen Nürnberg und Münster schon wieder Rechnungen in die Runde geworfen wie z.B.: „ Wenn die Vorne alle verlieren und wir gegen Bochum gewinnen, sind es nur noch fünf Punkte Rückstand“, womit gesagt werden wollte, dass man diese fünf Punkte in acht Spielen locker aufholen könne. Alle haben bei diesem teuflischen Spiel mitgespielt, nur Hertha nicht, das nach der Auswechslung der halben Abwehr fünf Minuten vor Schluss den Vorsprung gegen Bochum nicht über die Zeit retten konnte. Also wieder sieben Punkte Rückstand.

Und das Spielchen zieht sich schon durch die gesamte Saison (und durch jeweils zwei Drittel der beiden vorigen Zweitliga-Spielzeiten). Nach dem neunten Spieltag hatte man nach dem vergeigten Start neun Punkte Rückstand. Rechnen überflüssig. Nach der folgenden Siegesserie am 14.Spieltag nur noch ein Punkte Rückstand nach dem Sieg in Kiel. Da musste man nicht viel rechnen. Es folgten die Niederlage gegen den Tabellenletzten Magdeburg und fünf Unentschieden, bei denen Hertha jedes Mal die bei weitem bessere Mannschaft war. Trotzdem hatte man sich nach dem Sieg in Elversberg wieder bis auf fünf Punkte an den dritten Platz herangearbeitet. Rechnen erlaubt! Zwei Niederlagen gegen Hannover und Paderborn ließen den Abstand auf 10 Punkte anschwellen, was Rechnen überflüssig machte, bis vor dem Bochum-Spiel die Möglichkeit bestand, auf fünf Punkte zu verkürzen, was, wie schon beschrieben, nicht geklappt hat.

Wer nach eventuellen Siegen in Düsseldorf und Dresden wieder zu rechnen anfangen sollte, muss sich eines sagen lassen: Gegen Kaiserslautern im dann folgenden Heimspiel wird auf keinen Fall gewonnen werden. Schon um all die Rechner zu ärgern.

Der gute Rat an alle, die Nerven sparen und gesund bleiben wollen: Hört auf zu Rechnen und schaut´s Fußball…

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