Mit dem Durchschnitt ist das so eine Sache: Ein Loch im Sieb ist relativ wenig, ein Loch im Kopf ist relativ viel!
Seit 30 Jahren gibt es in der 2. Liga die Drei-Punkte-Regel und 34 Spieltage. Für den aufstiegsberechtigten zweiten Tabellenplatz reichten schon mal 56 Punkte (2003/04), manchmal hatte der Tabellenzweite aber auch 68 Zähler (2011/12 und 2023/24). Dazwischen ist alles vorhanden und der Durchschnitt liegt bei 62,5 Punkten. Für diese Erkenntnis kann man sich leider nichts kaufen und für eine seriöse Saisonplanung reicht sie erst recht nicht. Je nach Saisonverlauf benötigt man eben mal ein paar Pünktchen mehr und mal ein paar weniger. Aber die 62 Punkte sind eine gute Kennziffer für die Hochrechnung, die wir am Anfang der Saison erstellen. Wir kalkulierten mit 30 Punkten in der Hinrunde und lagen nach vier Spieltagen schon mit sieben Punkten im Minus. Wie schnell sich das Bild ändern kann, sehen wir nach Herthas Vier-Siege-Serie (plus einem im Pokal), die sie nun auf einen Punkt im Plus liegen lassen. Bei vier noch ausstehenden Spielen in der Vorrunde könnte dieses Plus mit zwei Heimsiegen gegen Magdeburg und Bielefeld sowie zwei Unentschieden in Kiel und Fürth gehalten werden. Was in der Rückrunde passiert, wissen wir nicht, es ist aber nicht zu vermuten, dass der Dardaische Rückrundenfluch eine Rolle spielen könnte, genau so wenig wie eine Entlassung von Trainer Leitl wie im Vorjahr, als ihn die Hannoveraner (Un-)Verantwortlichen bei zwei Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz in den Urlaub schickten.
Fazit: Der im September in unendlicher Ferne liegende Aufstiegsplatz befindet sich wieder in realistischer Reichweite. Nicht mehr und nicht weniger. Zur Not könnte ja auch der Relegationsplatz 3 weiterhelfen. Wenn der Gegner HSV hieße, hätte Hertha schon gewisse positive Erfahrungen einzubringen…