Endet Herthas Erfolgsserie in Dortmund?

Zum Beantworten der Frage schaut man natürlich zuerst mal in der Statistik nach: In 72 Duellen gewannen die Dortmunder 35 Mal, bei 18 Unentschieden und 19 Hertha-Siegen. Gerne erinnert sich der Hertha-Fan gesetzteren Alters an den 9:1 Rekordsieg Herthas am 18.4.1970, als die alte Dame bei Halbzeit schon 6:0 führte. Bedauerlich nur, dass es nicht zweistellig wurde. Aber auch in jüngerer Vergangenheit ist das Spiel des Torhüters Gersbeck im Gedächtnis, als der junge Ersatzmann nach sieben Minuten bei Reus` 1:0 patzte, um danach der Mann des Spiels zu werden. Ramos und kurz vor der Pause Sami Allagui schossen Hertha zum Sieg. In den letzten 10 Spielen gab es aber nur noch einen weiteren Sieg, vier Mal spielte man Unentschieden und fünf Mal gewann die Borussia, wenn auch z.B. oft knapp, wie beim Hinspiel (dem ersten Klinsmann-Spiel), das Dortmund nur wegen eines nicht anerkannten, eigentlich korrekten Tores von Davie Selke gewann.

Statistisch gesehen hat Hertha also nur eine geringe Chance zu gewinnen.

Wie sieht denn aber die Nach-Corona-Bilanz aus?

Hertha hat dreimal gewonnen und einmal unentschieden gespielt, bei 11:2 Toren. Dortmund hat ebenfalls dreimal gewonnen, aber einmal verloren, allerdings gegen Weltklasse-Bayern. Das Torverhältnis von 12:2 entspricht fast genau dem von Hertha. Vom 6:1 in Paderborn sollte man sich jedoch nicht blenden lassen, der Sieg war 70 Minuten nicht in trockenen Tüchern und schwer erkämpft.

Unklar ist, wie die mentale Verfassung der Spieler ist. Die Herthaner befinden sich zweifellos im siebten Nichtabstiegshimmel, während die Dortmunder nach vergeigter Meisterschaft die Champions-League-Teilnahme auf Sparflamme nach Hause fahren möchten, allen Beteuerungen vom Gasgeben zum Trotz. Hier liegt der mögliche Vorteil für die Blauweißen. Außerdem könnte es zumindest kein Nachteil sein, dass statt der 80.000 nur etwas mehr als 300 Zuschauende im Stadion sein werden. Von 37 Spielen nach Corona gab es 19 Auswärtssiege, 10 Unentschieden und nur 8 Heimerfolge. Den Heimvorteil gibt es ohne Zuschauer offensichtlich nicht mehr.

Fazit: Wer den Leipziger Tempofußball im Keim ersticken kann, hat auch das Potenzial, dem Vizemeister in spe Widerstand zu leisten. Ob dann wirklich ein Unentschieden oder gar ein Sieg herausspringt, ist von so vielen Zufällen abhängig (30 % Glück laut Dardai), dass eine seriöse Prognose nicht möglich ist. Wundern würde man sich aber über janüscht mehr…

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