Spitzenreiter, Spitzenreiter…

Das ist nicht mehr mein Verein: Da herrscht bestes Fußballwetter, das Stadion ist (fast) voll und Hertha kann mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen. NIE in den letzten zwanzig Jahren hätte Hertha so ein Spiel gewinnen können. Und im September 2026, mit einer Mannschaft, die von Vielen eher im Abstiegskampf verortet wurde, weil sich die Verantwortlichen erstmals dem Wahnsinn mit jährlich 10 bis 12 Neuzugängen verweigert hatten (ob aus Einsicht oder dem notwendigen Sparzwang sei mal unbewertet)? Da gewinnt die „Rumpftruppe“ gegen eine starke Magdeburger Mannschaft, weil sie es wollte. Dem bedingungslosen Kampfgeist wurde zwar in der zweiten Halbzeit Tribut gezollt, als sich einige Spieler kaum noch auf den Beinen halten konnten (Eitschberger, Thorsteinsson…) aber mit etwas Glück wurde der Sieg über die Zeit gerettet. Immer in den letzten Jahren hätte Hertha in den Schlussminuten noch ein Gegentor bekommen. Aber in dieser Saison ist bisher alles anders. Wie gesagt, das ist nicht mehr mein Verein, sondern der, den man immer haben wollte.

Und der Berliner Weg? Mit Gersbeck, Eitschberger und Gechter, sowie den eingewechselten Dardai und Klemens und dem ausgewechselten Gouram machte der Berliner Anteil 35 % der Spielzeit aus. Welcher Profiverein kann da mithalten?

Wohin das alles noch führen wird, ist unklar. Man kann den derzeitigen Lauf auch negativ sehen und sagen, dass man 12 Punkte gegen den Abstieg geholt hat. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Mannschaft von Spiel zu Spiel an Selbstvertrauen gewinnt und sich im Idealfall lange in der Spitzengruppe festsetzen kann. Ob es am Schluss zum Aufstieg reicht, sei mal dahingestellt. Immerhin: 100 Punkte sind noch möglich…

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