Und sie rechnen doch…

Es ist schon eine Krux mit Hertha, wie der eingeborene Bayer sagen würde, wenn er sich für Hertha interessierte: Kaum hat man Hertha nach der deprimierenden Niederlage in Paderborn endgültig abgeschrieben, startet sie eine Serie mit vier Siegen und einem Unentschieden aus den letzten fünf Spielen. Und schon sind die 10 Punkte Rückstand zum Relegationsrang 3 (von den direkten Aufstiegsplätzen 1 und 2 soll aus Pietätsgründen nicht gesprochen werden) auf lächerliche fünf zusammengeschmolzen, wie die Eisschicht auf den Berliner Bürgersteigen in der Frühlingssonne. Und es geht ein unterschwelliges Geraune im Freundeskreis der blauweißen Dame um, dass man doch nie wissen könne…, dass doch rechnerisch noch immer alles möglich sei…, dass Wunder doch immer wieder geschähen…

Natürlich, WENN das so weiterginge, würde man nach fünf weiteren Spielen den Rückstand egalisiert haben, vor allem, weil die fünf vor Hertha liegenden Mannschaften jetzt ständig gegeneinander antreten und demnach Punkte liegenlassen müssen.

Aber Toni Leistner, der alte Kämpe, brachte es nach dem Dresden-Spiel, in dem die Ultras wieder einmal zeigten, was man tun muss, um die Innenminister doch noch vom harten Anti-Fan-Kurs zu überzeugen, auf den Punkt. Er sagte, dass die kleine Serie mit 13 von 15 Punkten wahrscheinlich daran liege, dass Hertha keinen Druck mehr hatte. Im Umkehrschluss bedeutet das nichts anderes, als das jetzt, ab sofort, der Druck wieder da ist. Das heißt, dass im Heimspiel gegen Kaiserslautern, die man auswärts 1:0 und im Pokal im Olympiastadion 6:1 besiegte, ein Unentschieden das höchste der Gefühle sein dürfte. Und spätestens eine Woche später beim Abstiegskandidaten Braunschweig wäre dann eine Niederlage fällig.

Wie auch immer: Bei fünf Punkten Rückstand ist bis zum vorletzten Spieltag alles denkbar. Und rechnen wird doch wohl erlaubt sein…

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