Das dardaische Entlassungsaxiom

Drei Punkte gegen Freiburg sind im Abstiegskampf unbedingte Pflicht. Und wenn nicht? Klinsmann würde auch im Falle einer Niederlage (und auch eventuell folgender Niederlagen gegen Leverkusen, Mönchengladbach und Bayern München) nicht entlassen werden, weil erstens kein anderer Trainer zur Verfügung steht, zweitens der Investor nicht zustimmen würde und drittens es erst vier Niederlagen in Reihe wären und nach dem dardaischen Entlassungsaxiom wird man erst nach der fünften Niederlage in Serie gefeuert. Außer Ante Covic, der nach vier Pleiten gehen musste.

Warum steht Hertha eigentlich am südlichen Ende der Tabelle, obwohl man doch zu Beginn der Saison das Ziel Europaliga ausgegeben hatte?

Es ist, wie so oft im Fußball, dass Erfolg auch Erfolg nach sich zieht und Misserfolg neuen Misserfolg schafft. Ein unglücklich verlorenes Spiel setzt die Mannschaft unter Zugzwang, dann vereitelt der Pfosten oder ein indisponierter Schiedsrichter einen Sieg und schon befindet man sich in der Abwärtsspirale.

Hertha hat in München, gegen Wolfsburg, in Köln, gegen Düsseldorf, in Bremen, gegen Hoffenheim, gegen Dortmund und auch in Frankfurt zumindest phasenweise gut gespielt, aber trotzdem drei dieser Spiele verloren und in zweien nur ein Unentschieden erreicht. Unglücklich mit zwei Eigentoren auch die Niederlage gegen Schalke, die Niederlage in letzter Minute gegen Mainz. Glücklich eigentlich nur der Sieg gegen Paderborn. Und indiskutabel vom Einsatz her die Niederlagen gegen Union und Augsburg. Gegen überlegene Leipziger hätte man auch ein Unentschieden erreichen können, wenn der klare Elfmeter nicht verweigert worden wäre. Aber das ist es natürlich, was einen Verein ausmacht, der um den Abstieg, oder positiv formuliert um den Nicht-Abstieg spielt: Enge oder teilweise überlegen geführte Spiele werden in der Regel verloren. Um aus dieser Spirale herauszukommen benötigt man, wie jeder weiß, Siege. Z.B. gegen Freiburg! Die Statistik weist eher auf ein Unentschieden hin, das es elf mal im Olympiastadion gab, bei fünf Hertha-Siegen und vier Erfolgen für Freiburg. Die beiden letzten Partien endeten jeweils auch Remis, vor drei Jahren gewann Hertha in der Nachspielzeit durch Schiebers Tor mit 2:1.

Ein Unentschieden käme in diesem Jahr aber einer Niederlage gleich. Hoffentlich hat Klinsmann die Mannschaft so motivieren können, dass es für „einen Dreier“ reicht. Aber es gibt ja noch die traditionell „starke“ Rückrunde von Hertha. Noch kann also, so oder so, gehofft werden…

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