Finale dahoam…

Das ist doch mal was Positives: Die deutschen Nationalspieler müssen das Endspiel der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft nicht im fremden Russland ansehen oder gar bestreiten, sondern können es sich vorm heimischen Großbildfernseher oder am Pool im Ferienhaus in Florida gemütlich machen. Wenn sie denn noch Bock auf Fußballgucken haben. Wo wir gerade bei den positiven Aspekten der frühen deutschen Heimreise sind: Immerhin haben wir drei WM-Punkte mehr als Holland und Italien zusammen geholt! Man muss auch die stillen Siege genießen können.

Aber wer wird denn nun Weltmeister, wenn nicht Die Mannschaft? Alle großen und ehemaligen Weltmeister sowie die üblichen Geheimfavoriten sind noch dabei, von Polen vielleicht abgesehen, aber wer hätte schon ernsthaft mit Polen gerechnet, wo sich ein Lewandowski doch mehr mit seinem bevorstehenden Vereinswechsel als mit Toreschießen beschäftigte. Brasilien in der Form des Serbienspiels ist sicher erster Kandidat. Spanien und Portugal in der Form des Spanien-Portugal-Spiels sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Frankreich und Argentinien spielen gegeneinander, einer kommt also durch aber mehr ist nach den bisherigen Leistungen nicht zu erwarten. Und dass man sich während eines Turniers steigert, trifft ja nur auf die deutsche Mannschaft zu und die darf sich gemeiner Weise nicht mehr steigern. Kroatien ist von allen Nicht-Weltmeistern wohl der ernsthafteste Kandidat auf den Titel, denn an Schweden und Südkorea glauben nur die eingefleischtesten Anhänger der Mannschaften. Zu England ist alles schon mal gesagt worden und zu Belgien in seiner Rolle als Geheimfavorit ebenfalls. Möglich ist leider alles. Bleiben noch Japan, Kolumbien und der Senegal, für die aber spätestens im Halbfinale, wenn überhaupt erst dort, Schluss ist.  Ergo: Kroatien mit Superspieler Luca Modric könnte es schaffen. Denn der sechste Stern für Brasilien wäre doch genauso langweilig, wie die 29. Meisterschaft für den FC Bayern…

 

P.S.: Apropos FC Bayern: Einen negativen Beigeschmack hat das Ausscheiden der deutschen Mannschaft übrigens auch noch:  Nach dem Weltmeistertitel 1974 wurde Bayern München 74/75 nur Zehnter. Nach dem 1990-er Erfolg wurden sie hinter dem jetzigen Drittligisten 1.FC Kaiserslautern auch nur Zweiter. Nur 2015 wurde man trotz des vorher errungenen Weltmeistertitels auch Meister. Wenn es die Mannschaft bis ins Endspiel geschafft hätte, gäbe es zumindest die Chance, die siebente Meisterschaft der Bayern in Folge zu verhindern. Nun aber…

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