Thomas Tuchel und sein Spaghetti-Trauma

Urlaub soll normalerweise der Erholung dienen, was sich meist durch zwei bis drei Kilo unerwünschte Gewichtszunahme bemerkbar macht. Als Thomas Tuchel aus seinem immerhin einjährigen Urlaub auf die Bühne der Bundesligashow zurückkehrte, dachte man im besten Falle, dass er das Jahr bei Wassersuppe und Brot 18 Stunden täglich steineklopfend in einem chinesischen Provinzgefängnis verbracht habe. Im ungünstigeren Falle kam einem eine fortgeschrittene Krebserkrankung in den Sinn. So harmlos ist es aber offenbar nicht. Herr Tuchel scheint ein frühkindliches Spaghetti-und-Tomatensoße-Trauma bei einem indischen Yogi oder esoterisch angehauchtem Ernährungs“experten“ aufgearbeitet zu haben, mit dem Ergebnis, Kohlenhydrate als Gift zu betrachten.

Nun ist es sicher so, dass die abendliche Tüte Chips, bzw. die nachmittäglichen Schokoriegel für nicht sportaffine Menschen mit überwiegend sitzender Bürotätigkeit, dem Idealgewicht und der Gesundheit im Allgemeinen nicht unbedingt förderlich sind. Und auch für dauerhaft verletzte Fußballspieler (Gündogan), die sich zwangsweise nur wenig bewegen können, ist eine kohlenhydratarme Ernährung durchaus richtig und wichtig.

Aber Erstligafußballer sind in der Regel Leistungssportler! Auch wenn diese meist nur ein Trainingspensum absolvieren, das z.B. Leichtathleten, Turner, Gewichtheber, Radfahrer oder Ruderer eher zum Warmmachen vor dem eigentlichen Training durchführen und auch der Wettkampf bei aller Verausgabung nicht im Entferntesten mit einer Tour de France-Etappe von 250 km Länge zu vergleichen ist, verbrauchen selbst Fußballspieler ein gewisses Maß an Energie. Diese Energie hat die Form von Kohlenhydraten; wenn keine mehr im Körper abrufbar sind, schlägt das Gehirn, das auf ständige Kohlenhydratzufuhr angewiesen ist, Alarm und wandelt Fett in Zucker um.

Wenn Guru Tuchel den Spielern von Borussia Dortmund verbietet, Pasta zu essen, der einfachsten und leckersten Art der Kohlenhydratzufuhr, verhindert er zwar mit Sicherheit übergewichtige Spieler (wenn sie abends nicht nach Bochum fahren, um Currywurst zu essen), seine Mannschaft kann aber auf Dauer ein Kraftproblem bekommen. Mal sehen, ob Dortmund in Zukunft gegen Ende der 2. Halbzeit aufgrund fehlender Kraft und damit fehlender Konzentrationsfähigkeit mehr Tore kassiert, als der Durchschnitt der Spitzenmannschaften.

Thomas Tuchel kann sich das Aussehen eines Nagelbrettschläfers als private Marotte sicher leisten. Aus ideologischen Gründen seine Mannschaft dazu zu zwingen, wird aber im Misserfolg enden!

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